Hexenverbrennung Schellbronn — Abschied von der Fasnet
Das Fasnetsfinale in Schellbronn: Kinderfasching in der Schwarzwaldhalle und die symbolische Hexenverbrennung der Schellenhexe durch den Narrenbund Schellau.
Wer im Januar den Nachtumzug erlebt hat, kennt die Schellehexen bereits — schwarz gekleidet, mit Besen und lautem Gejammer. Am Faschingsdienstag endet die fünfte Jahreszeit in Schellbronn mit einem anderen Ton: zuerst fröhlich, dann feierlich und still. Der Narrenbund Schellau verabschiedet die Fasnet mit einer Brauchtumszeremonie, die im Biet seit Jahrzehnten fest verankert ist.
Der Nachmittag gehört den Kindern: In der Schwarzwaldhalle findet der große Kinderfasching mit Kostümen, Musik und Spielen statt. Wenn es dunkel wird, versammeln sich die Narren unweit der Halle zur Hexenverbrennung. Eine als Schellenhexe gestaltete Strohpuppe wird unter klagendem Gejammer der Schellehexen, Wolftreiber und Tanzteufel dem Feuer übergeben — symbolisch, nicht wörtlich gemeint, aber eindrucksvoll: Das Gejammer hallt weit ins Nagoldtal.
Nach dem Erlöschen der Flammen verharrt die Menge oft einen Moment in Stille — ein bewusster Abschied von der närrischen Zeit, bevor die Fastenzeit beginnt. Am Aschermittwoch folgt traditionell die Geldbeutelwäsche am Dorfbrunnen in der Ortsmitte (Kreuzung Hohenwarterstraße / Unterreichenbacher Straße, laut Veranstalter um 11:33 Uhr) — ein augenzwinkernder Brauch nach leeren Fasnetskassen.
Für Gäste im Bollenhut Haus ist das ein seltenes Dorferlebnis vor der Haustür: wenige Gehminuten ins Zentrum, echtes Brauchtum ohne Souvenir-Kitsch. Termine und Einlasszeiten wechseln jährlich — bitte vor dem Besuch auf schellau.de prüfen (nächste Hexenverbrennung laut Narrenbund: 09.02.2027, mit Kinderfasching am Nachmittag).